Informationen, Unterrichtsmaterial und Hilfestellungen
Jugendliche schätzen ihre eigene Bildschirmzeit häufig als zu hoch ein: In der Vodafone-Jugendstudie 2025 sagten 73% der 14- bis 20-jährigen Befragten, dass sie mehr Zeit mit Social Media verbringen, als sie möchten. Auch Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte identifizieren zu lange Bildschirmzeiten als ein zentrales Hindernis für den Lernerfolg und das Wohlergehen ihrer Schülerinnen und Schüler – und nicht wenige bewerten auch ihre eigene Bildschirmzeit als zu hoch.
Die empfundene Machtlosigkeit in der selbstregulierten Mediennutzung, die als Kompetenz 5.4 auch Bestandteil des Medienkompetenzrahmen NRW ist, ist kein Zufall: Das Design, insbesondere von Social-Media-Plattformen, ist darauf ausgelegt, dass die Nutzenden möglichst lange dort verbleiben.
Die App „one sec“ hat das Ziel, diesen scheinbaren Automatismus zu unterbrechen. Wenn eine konfigurierte App geöffnet wird, schaltet sich eine kurze Unterbrechung dazwischen, beispielsweise eine Atemübung, eine Aufgabe oder ein Blick in die Kamera, um den automatischen Impuls zum Öffnen zu unterbrechen. Zusätzlich lassen sich Apps und Websites gezielt sperren oder zeitlich begrenzen, um konzentriertes Arbeiten zu ermöglichen. Vor der Nutzung einer App oder Homepage legen die Nutzenden eine Nutzungszeit von einer bis 15 Minuten fest. Ist diese abgelaufen, muss erneut eine Unterbrechung durchlaufen werden.
Für Erwachsene ist eine Basisversion kostenlos verfügbar. Jugendliche unter 18 Jahren erhalten dank der Unterstützung der Bundeszentrale für Kinder- und Jugendmedienschutz (BzKJ) kostenlosen Zugriff auf die Vollversion von one sec unter Android und iOS - jedoch nicht für die Windows-Version. Auf diese Weise erhalten Schülerinnen und Schüler einen erweiterten Funktionsumfang. Es gibt keine Pflicht, die E-Mail-Adresse der Schule zu nutzen, es muss lediglich eine funktionierende E-Mail-Adresse des Schülers bzw. der Schülerin angegeben werden.
Die App ist nach Angaben des Entwicklers wissenschaftlich erprobt: In Zusammenarbeit mit dem Max-Planck-Institut und der Universität Heidelberg sei nachgewiesen worden, dass sie die Nutzungsdauer betroffener Apps im Schnitt um rund 57 % reduziere (vgl. https://one-sec.app/de/research/).
Wie erhalten Kinder und Jugendliche den kostenfreien Zugang?
Den kostenfreien Zugang können junge Menschen unter 18 Jahren über die App erhalten:
Die Bundeszentrale für Kinder- und Jugendmedienschutz (BzKJ) setzt sich dafür ein, Kindern und Jugendlichen ein gutes Aufwachsen mit Medien zu ermöglichen. Dabei handelt sie im Auftrag des Jugendschutzgesetzes (JuSchG). Zu ihren Aufgaben gehören die Indizierung von jugendgefährdenden Medien, die kontinuierliche Förderung der Weiterentwicklung des Kinder- und Jugendmedienschutzes sowie die Vernetzung aller im Kinder- und Jugendmedienschutz wichtigen Akteurinnen und Akteure. Zudem bietet sie Eltern, Fachkräften, Kindern und Jugendlichen Orientierung für eine möglichst sichere Mediennutzung. Die bei der BzKJ eingerichtete und unabhängige „Stelle zur Durchsetzung von Kinderrechten in digitalen Diensten“ (KidD) überwacht die Einhaltung struktureller Vorsorgemaßnahmen (z. B. sichere Voreinstellungen, Melde- und Abhilfeverfahren etc.) von Online-Plattformen mit Sitz in Deutschland nach dem europäischen Digital Services Act (DSA).